Dienstag, 16. Juli 2013

Spindelhalterung für's Verzwirnen

Momentan arbeite ich viel mit meinen Handspindeln unterwegs. Das Zwirnen von zwei oder drei Spindeln war bisher nur sehr abenteuerlich, da ich noch keine geeignete Halterung für die Spindeln hatte. Damit die Spindeln nicht wie wild im Zimmer rumtanzen und Staubflusen unter Sofa, Schrank und aus Ecken sammeln, sich verheddern und sonstiges Chaos veranstalten habe ich mit ein Helferlein "gebaut".
Bei Lise hatte ich einen Spulenhalter aus einer einfachen Holzbox, wie man sie im Baumarkt bekommt gesehen. Das ist meine Grundvorlage - also los in den Baumarkt, eine Kistchen aus Kiefernholz geholt und Löcher reingebohrt! Damit die Spindeln sich auch gut einlegen lassen habe ich je auf einer Seite das Loch nach oben geöffnet. So kann man die Spindelspitze von Innen in das Loch stecken und das Ende in die Öffnung der anderen Seite einlegen. Damit alles weich läuft und nicht rappelt im Karton hab ich bunten Filz in Löcher und Öffnungen eingeklebt. Da der Spindelschaft beim Zwirnen häufig aus der Öffnung springt klemme ich jetzt ein kleines gefaltetes Filzrechteck darüber ein.
Funktioniert super und ist schnell gemacht! Seht selbst:


























...und wenn man nicht zwirnt kann man einfach Wolle und Spindeln in die Kiste packen und alles fein säuberlich im Regal/Schrank/etc. verstauen!

Man sollte beim Nachbau jedoch beachten, dass die Kiste die richtige Breite für die Spindeln hat. Wie auf dem Bild zu sehen, darf man die Wolle nicht zu weit den Schaft hoch wickeln, da sonst das Ganze nicht mehr in die Halterung passt!

Donnerstag, 13. Juni 2013

Spindelgalerie

Seit Neuestem findet ihr unter dem Randpunkt "Seiten" die Spindelgalerie! 
Hier stelle ich meine Handspindeln mit Foto, Hersteller, Material usw. vor und es werden bestimmt immermal Neue dazukommen. Seit ich spinne sammle ich Handspindeln quasi. Meine neuste Errungenschaft, eine Kopfspindel aus Ulme muss noch fotographiert werden, dann werd ich sie auch einstellen. Also schaut doch mal rein, es sind schon einige Modelle zusammengekommen!

Tonwirtel

Nachdem ich nun schon Spindelstäbe gemacht hab, waren letztes Wochenende mal die Wirtel dran. 
Ich hab bis jetzt noch keine Tonwirtel für meine Geschichtsdarstellung (15.Jahrhundert), da das Material aber sehr häufig war und eigentlich auch nicht so schwer zu bearbeiten sein sollte, nun der Versuch. Vorlagen gibt es ja viele, wie beispielsweise diese Wirtel aus Freyburg an der Saale. Ich hab etwas weißen und roten Ton genommen und daraus Kugeln geformt, auf einen Stift aufgespießt und weiter in die richtige Form gebracht. War nicht so einfach wie gedacht, vor allem das Loch zentriert zu setzen, bzw. den Ton darum gelichmäßig zu verteilen. Jetzt trocknen die guten Stücke und dann geht der eine Teil zum Brand in einen modernen Brennofen und der andere Teil das nächste mal mit ins Lagerfeuer! Bin gespannt, wie die Wirtel dann so aussehen und vor allem wie sie drehen! 


mittelalterliche Originalwirtel von Schloß Gottorf und der Neuenburg in Freyburg/Saale

Mein erster Tonwirtelversuch war ja gründlich daneben gegangen, weil ich zwar bedacht hatte, dass der Ton beim Brennen schwindet, jedoch in der falschen Richtung... soll heißen, ich hab die Löcher extra größer gemacht, damit sie beim brennen kleiner werden... welch grandioser Fehler! Zudem hab ich gedacht, der Ton schrumpft sehr viel mehr und desshalb vorsorglich größer gearbeitet. Raus kamen riesige Wirtel durch die man einen dicken Edding stecken kann...

Ich hoffe diesmal wirds besser!

Viele schöne Wirtel beim Trocknen!


Mittwoch, 12. Juni 2013

Pünktlich zur warmen Jahreszeit...

...bin ich fertig mit meinem Ajourmuster-Schal!
Ich hatte die letzte Zeit auf dem Weg zur Hochschule nix zu tun in der S-Bahn und dachte mir, da könnt ich mal angefangene Strick-Projekte beenden.
Leider ist die Banderole abhanden gekommen und das Knäul liegt schon über ein Jahr in meinem Fundus, so dass ich nicht mehr weiß, welche Wolle es ist. Auf jeden Fall ist Schurwolle dabei. Das Muster ist sehr einfach und aus dem Buch "Stricken Basics" (S.50). Ich hab mit 4,5 er Nadeln gearbeitet und den Rapport fünf mal nebeneinandergesetzt. Ich hab das gesamte Knäul das ich hatte, also 100 g, verstrickt und bin auf eine Länge (gebügelt und getragen) von 1,70 m gekommen. Breit liegt er 25 cm. Erst wollte ich ja einen offenen Schal, hab mich letztendlich aber doch dazu entschlossen, ihn zum Schlauch zu schließen. Offen hätte er sonst noch länger sein können, was aber nicht ging, da ich die Wolle nicht nachkaufen kann... So als Schlauch kann ich den Schal jetzt aber ohne Probleme dreimal um den Hals wickeln oder auch schön locker tragen - Perfekt!
...auch wenn es jetzt warm ist, kühle Tage kommen bestimmt und für kühle Sommernächte ist der Schal auch der passende Begleiter.  <3
Ein schönes Muster und so einfach...

...dass im Handumdrehen der Schal gestrickt war.

Sonntag, 2. Juni 2013

pilzgefärbt Wolle

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich beim Pilz-Wichteln im Flinkhandforum vorletztes Jahr neben einer wundeschönen Eibenholzspindel in Pilzform (zu sehen in der Spindelgalerie) auch noch pilzgefärbte lila Wolle vom Merino-Landschaf im Flies bekommen hab, hab ich mich dieses Jahr mit dem Rad mal ran gemacht und daraus Garn produziert.  Die Spindel war sofort nach dem Auspacken in Gebrauch. ;)

Sonst verspinne ich eher Kammzüge und bin Wolle im Flies nicht so gewohnt. Es ist etwas unregelmäßiger, bzw. knotiger geworden, aber verzwirnt gefällt es mir doch sehr gut.




Spalterei

Wer meine wüste Beschreibung zu meiner Spalttechnik der Spindelstäbe nicht ganz verstanden hat, hier nochmal der Arbeitsablauf.

Ich hab das Holz erst trocknen lassen, damit es sich nicht nachträglich verzieht, dann gespalten und geschnitzt. Durch das Spalten und den damit erreichten Ausschnitt wird es trotz des Trocknens immer zu eine nachträglichen Veränderung in Form von Krümmungen kommen, da das Holz in den veschiedenen Richtungen unterschiedlich stark quillt und schwindet. Diese fallen aber definitiv nicht so stark ins Gewicht, wie bei aus frischem Holz geschnitzen Stäben.

Und ich habe mich wieder erinnert, welches Holz ich für die Spindelstäbe verwendet habe! Es ist das Holz der Kornelkische aus der Familie der Hartriegelgewächse. Wer mehr zu diesem Strauch wissen möchte, hier gibt es ein paar Informationen.







Mittwoch, 1. Mai 2013

Spindelstäbe für Juno

Zum Flinkhandtreffen hab ich den Auftrag erhalten, für zwei schöne Glaswirtel Stäbe zu schnitzen. Nach einiger Zeit bin ich nun auch dazu gekommen und habe eine Auswahl von sechs verschiedenen Stäben hergestellt.  Drei sind in konisch gearbeitet, wie viele archäologische Funde nahelegen. Die anderen drei Stäbe haben ein verdicktes und verziertes oberes Ende. Der dritte Stab von links ist aus Eschenholz. Bei den anderen weiß ich leider nicht mehr, welche Holzart es ist.

Die sechs Stäbe mit den zwei Glaswirteln.

Spindelstäbe im archäologischem Landesmuseum  im Schloss Gottorf, Schleswig.
Anfangs habe ich die Stäbe immer aus einem Ast geschnitzt, dabei gibt es allerdings ein Problem - der mittige Bereich des Holzes ist mit sehr weichem Mark gefüllt, was beim Anschnitzen herausfällt und einen hohlen Kanal hinterlässt. Das kann eine interessante Gestaltung geben, ist aber häufug der Stabilität nicht sehr zuträglich. Wenn man diesen Markkanal nicht mehr haben will, muss man sich schon einen sehr dicken Ast (ca.  4-6 cm Druchmesser, je nach Holzart) suchen, hat eine Menge Arbeit und am Ende sehr viel Abfall. Daher bin ich dazu übergegangen dickere Äste mit verholzten Kern zweimal längs über Kreuz zu spalten. So bekomme ich vier Stäbe aus einem Ast und z.T. auch einen interessanteren Maserungsverlauf.

Der Eschenstab mit dem gelben Glaswirtel - dreht wunderbar!